Unerwünschtes Verhalten
Tipps für den Alltag
Der Garten wird umgegraben, Nachbar's Hund angebellt, das Essen vom Tisch geklaut, die Welt steht Kopf? In diesem Post gebe ich einige Tipps, wie man mit Verhalten, das schwierig ist, umgehen kann.
Motivation verändern
Der beste und wirkungsvollste Tipp ist, die Motivation zu verändern. Ein gestresster und hungriger Hund wird eher Essen klauen; ein aufgeregter Hund wird an der Leine ziehen; ein Hund mit Schmerzen wird eher aggressiv reagieren.
Was motiviert das Verhalten? Das kann manchmal echt schwer sein, das herauszufinden. Ein Tagebuch mit regelmäßigen Notizen kann einem dabei helfen, Muster zu erkennen.
Management
Im besten Fall schaffst du es, dass das Verhalten gar nicht mehr auftritt - dann kann es auch nicht weiter geübt und verfestigt werden. Während dies der erfolgreichste Tipp ist, ist es oft auf einer, der Kopfzebrechen bereitet, weil es voraussetzt, dass alle Bedingungen so beeinflusst werden können, dass das Verhalten nicht mehr ausgelöst wird. Das ist aber selten möglich und oft mit viel Aufwand verbunden. Rückfälle ins unerwünschte Verhalten sind das Ergebnis, und das sollte man auch im Kopf behalten.
Wenn der Hund nicht ins Blumenbeet gelangen kann, kann er dort nicht die Blumen ausgraben. Wenn der Hund nicht zum Briefträger kommt, kann er diesen auch nicht in die Beine beissen. Wenn die Küchentüre geschlossen ist, kann der Hund nicht rein und Essen holen. Die Situation so einrichten, dass der Hund das Verhalten nicht zeigen und damit nicht weiter einüben kann. Wenn der Hund an der Leine ist, kann er nicht die Katze jagen.
Wichtig ist also, dass du das Verhalten deines Hundes kennst, weiter beobachtest und dir Notizen machst, wann das Verhalten wahrscheinlich ist, wann es unwahrscheinlich ist und welche anderen Verhalten dein Hund zeigen könnte. Ausserdem ist es wichtig, seine Erwartung an den Hund und seine Anpassungsfähigkeit anzupassen.
Ignorieren
Wenn es sich ergibt, kann man dem Hund den Verstärker für sein Verhalten entziehen. Wenn der Hund an der Leine zieht, um zu seinem Kumpel zu kommen, kann man stehen bleiben und den Himmel angucken, bis der Hund damit aufhört - dann kann man den Hund verstärken, indem er zum Kumpel kann. Wenn der Hund um Essen bettelt, kann man das ignorieren und nach dem Essen etwas in seine Schüssel legen und geben - so lernt der Hund, dass das Bettelverhalten nicht der direkte Weg zum Essen isst.
Bei anderen Verhalten, wie Bellen, ist das Verhalten selbstbelohnend und man wird eher nicht viel mit Ignorieren erreichen. Ignorieren sollte nicht dazu führen, dass dem Hund der Sozialkontakt entzogen wird - den brauchen Hunde nämlich. Manche Verhalten kann man also ignorieren und warten bis besseres Wetter auftaucht und das dann belohnen.
Anderes Verhalten
Umso öfter ein Hund erwünschtes Verhalten zeigt, umso seltener hat er Zeit für sein unerwünschtes Verhalten. Anderes Verhalten, was sich besser verträgt, kann also das unerwünschte Verhalten ersetzen.
Der Hund kann lernen, sich auf seiner Decke aufzuhalten, während die Menschen essen, und bekommt hinterher seinen Napf - und so bettelt er nicht unter dem Tisch. Ein Hund kann auch lernen, Abstand aufzubauen zu einem Reiz, der ihm Unbehagen macht - so braucht er nicht zu knurren. Ein Hund kann lernen, an lockerer Leine zu laufen und so nach vorne zu kommen, wo er sich den Gerüchen widmen oder andere Hunde treffen kann.
Auch hier ist es wichtig, seinen Hund zu beobachten, seine Anpassungsgrenzen zu kennen und seine Bedürfnisse zu berücksichtigen und seine eigenen Erwartungen an den Hund anzupassen.
Wichtig
Ein Hund hat bestimmte Bedürfnisse - nach Sozialkontakt, nach Sicherheit und Geborgenheit, nach schmackhaftem Essen und Wasser, zu harnen und koten, und nach Ruhe und Schlaf. Es wichtig, dass man den Hund nicht überfordert mit seinen Erwartungen.
Wenn du die Umwelt auch an den Hund anpasst und deinem Hund hilfst, sich an seine Umwelt anzupassen, habt ihr die größte Chance, geschmeidig durch den Alltag zu kommen.