Unelastische Verhalten
Es gibt Verhalten, die man aufschieben kann auf später. Und es gibt Verhalten, die man nicht auf später aufschieben kann; sie werden unelastisch genannt. Können unelastische Verhalten nicht gezeigt werden, führt das zu Unwohlsein, Stress bis zu Schmerz. Deswegen sind sie für eine hungerechte Haltung wichtig.
die einzelnen Verhalten
- Nahrung und Wasser
- Schlaf und Schlafplätze
- Toilette
- Sicherheit und Geborgenheit
- Sozialkontakte
Nahrung und Wasser
Hunde brauchen Nahrung, aus denen sie Energie und Nährstoffe, sowie Vitamine und Mineralien für den Stoffwechsel und das Immunsystem ziehen. Sie brauchen aber auch Nahrung, um damit verbundene Verhalten ausleben zu können, z.B. das Kauen, Suchen, oder das Transportieren von Nahrung. Nahrung sollte daher in seiner chemischen Zusammensetzung für den Hund passend sein, als auch in der Form, wie es gegeben wird. Futter zu verpacken, zu verstecken, mehrfach am Tag das Futter zu geben ist genauso wichtig wie die Zusammensetzung und Qualität des Futters.
Hunde müssen ihren Wasserbedarf durch Trinken decken. Dazu kommt der Wasserverlust durch hecheln an heißen Tagen, so dass der Hund auch zur Kühlung sein Wasser braucht. Daher braucht der Hund ständigen Zugang zu sauberem Wasser, frei von Verunreinigungen. Wasser kann zusätzlich durch Nahrung aufgenommen werden - zB. durch Paprika oder Gemüsegurken oder Brühe. Man kann eine Wasserschüssel mit Wasser als Enrichment nutzen, indem man ein Tropfen ungefährlicher Substanz wie Olivenölt oder Erdbeersaft dazu gibt. So kann der Hund neue Gerüche und Geschmäcker entdecken.
Schlaf
Hunde schlafen einen großen Teil des Tages; etwa 3/4 bis 2/3 des Tages. Sie brauchen Schlaf, um Erlebtes zu verarbeiten und den Körper zu regenerieren. Schlafmangel führt zu Veränderungen im Verhalten und zu einer Verschlechterung der Gesundheit.
Dafür ist es notwendig, dass der Hund eine Auswahl an Orten hat, wo er schlafen kann (dunkle Ecken; Ecken die belebter sind; Orte die höher gelegen sind; Orte die am Boden liegen unter etwas drunter; Orte die etwas härter sind; Orte die etwas weicher sind; etc.).
Beobachtet Euren Hund, gebt ihm verschiedene Auswahlmöglichkeiten und notiert euch, wo dass eurer Hund oft liegt und zu welcher Tageszeit - so kann es sein, dass eurer Hund tagsüber andere Schlafplätze belegt als nachts. Bedenkt auch, dass ihr euren Hund beim schlafen nicht stört und dass euer Hund auch einfach gucken und dösen will - also ein Zwischenstadium von Tiefschlaf und hellwach. Der Körper des Hundes braucht Schlaf, sonst reagiert er mit Stress und Krankheit.
Schlafende Hund nie stören und sitzende oder liegende Hunde in Ruhe lassen; wenn der Hund wach ist, kann man ihn mit seinem Kosenamen ansprechen, wenn er kommen will, dann kommt er von sich aus.
Toilette
Was in den Hund reingeht, geht auch wieder raus. Der Hund muss pinkeln gehen können und Kot absetzen, sonst wird er platzen, oder realistischer: er wird Schmerzen bekommen und wenn sich das wiederholt, wird die Blase sich entzünden - der Harn staut sich in die Nieren hoch, Bakterien können in die Nieren wandern.
Der Hund hat keine Wahl: Wenn ihr die Türen verschließt, kann er nicht auf die Toilette gehen. Selbst wenn ihr nur 1 Stunden weg seid: muss der Hund aufs Klo, kann er es nicht. Versucht es an euch selber: setzt euch das Ziel, fünf oder mehr Stunden - das, was ihr eben von euerem Hund verlangt - nicht aufs Klo zu gehen, egal ob ihr müsst.
Für Hunde kann das sehr unangenehm sein, deswegen seht zu, dass euer Hund auf der Toilette oder auf der Terasse, mit Zugang, eine Ecke hat, wo er Kot absetzen oder pinkeln kann.
Welpen sind in der körperlichen Entwicklung, ihre Blase ist noch nicht groß genug um lange das Pipi zurückhalten zu können! Nach dem Schlafen, Spielen oder Essen solltet ihr einem Welpen die Gelegenheit geben, aufs Klo zu gehen.
Sozialkontakt
Hunde sind soziale Lebewesen. Sie brauchen den Kontakt zu Menschen und - der eine Hund mehr, der andere weniger - zu anderen Hunden oder Tieren.
Ermöglicht Eurem Hund, mehrmals die Woche Menschen, Hunde und Tiere - die eurer Hund mag - zu besuchen und mit diesen ohne Leine Kontakt zu aufzunehmen. Es ist für den HUnd mental wichtig.
Es ist auch wichtig, dass Hunde als soziale Lebewesen nicht mehr als fünf Stunden alleine sind; für manche Hunde ist auch das zu lang. Geht auf Kontaktanfragen von eurem Hund ein - klar, man hat nicht immer die Zeit, man sollte aber zusehen, möglichst oft mit dem Hund zu interagieren. Begrüsst euren Hund, sprecht ihn auch mal an, bietet Kontakt an.
Sicherheit und Geborgenheit
Hunde brauchen Orte, an denen sie sich sicher und geborgen fühlen, wo sie Ruhe finden und sich erholen können. Dazu braucht es Vertrauen, Vorhersagbarkeit und die Sicherheit, nicht bedroht zu werden.
Schafft Orte, an denen der Hund ungestört ist. Lasst schlafende Hunde in Ruhe. Lauft nicht auf liegende oder sitzende Hunde zu - bietet stattdessen Kontakt ein, ladet sie ein, zu euch zu kommen. Stört Hunde nicht beim Essen oder Trinken. Kündigt Körperkontakt an. Lauft in einem kleinen Bogen auf den Hund zu. Achtet auf Calming Signals.