Veränderung von Verhalten
Grundlagen
Verhalten ändert sich beständig: Von Situation zu Situation; im Laufe der Jahreszeiten; im Laufe des Lebens. Diese Veränderungen können wir begleiten und beeinflussen, um das Zusammenleben angenehmer zu gestalten. Wir können Situationen gestalten und dadurch Lernerfahrungen ermöglichen.
- Die Ebenen des Lernens
- Verhalten im Kontext sehen
- Verhalten lohnt sich
- Verhalten unter die Lupe nehmen
Die Ebenen des Lernens
Emotion, Kognition, Verhalten
Wenn wir und unsere Hunde lernen, sind immer drei Bereiche betroffen: Die emotionale Ebene; die kognitive Ebene; die Verhaltens-Ebene. Sie wirken zusammen und sollten auch zusammen gedacht werden.
Emotionen
Emotionen sind die Farben, in denen wir die Welt wahrnehmen. Sie wirken oft als Hintergrund, der unsere Wahrnehmungen und Gedanken färbt. Aus der Struktur unseres Gehirnes ergeben sich Basis-Emotionen, die entsprechende Netzwerke im Gehirn haben. Sie lassen sich grob in angenehme und unangenehme Gefühle unterteilen.
- angenehm
- Spiel
- Pflege
- Seeking
- Sexualität
- unangenehm
- Wut
- Angst
- Trennung
Das sind die Grundfarben an Emotionen, aus denen die vielen bunten Mischungen unserer alltäglichen Gefühlslagen bestehen. Veränderung von Verhalten sollte immer auch vor diesem Hintergrund verstanden werden.
Kognitionen
Kognitionen sind ein bunter Haufen aus Erfahrung, Gedanken, Schlüssen die wir ziehen. Es ist die Verarbeitung eingehender Informationen (die wir über die Sinnesorgane erhalten) und das Bilden von neuen Inhalten auf Basis von dem, was wir von früher noch abgespeichert haben.
Wann haben die Geschäfte geöffnet, wer ist Herr Meier, wo ist die Gießkanne, wie bedient man einen Wasserhahn, was muss man noch erledigen, was machen die Nachbarn - alles Fragen, die vorhandenes Wissen vorraussetzen.
Hunde haben ebenfalls Kognitionen: räumliche Karten (wo ist die Liegedecke, wo ist der Garten, wo ist der Mensch), zeitliche Vorstellung (wann gibt es Essen, wann geht es auf den Spaziergang), soziale Gedanken (welcher Hund ist das, welche Erfahrung habe ich mit dem Hund, was macht der Mensch da).
Verhalten
Aktionen und Reaktionen unseres Körpers, von außen beobachtbar, das ist Verhalten. Alle Ebenen von vorhin (die Emotionen, die Kognitionen) zeigen sich im Verhalten. Verhalten wirkt sich umgekehrt auch auf die Kognitionen und Emotionen aus.
Kenne ich diesen Hund? Welche Erfahrungen habe ich mit diesem gemacht? Wie fühle ich mich dabei? Das zeigt sich dann im Verhalten: geht der Hund offen, neugierig auf den anderen Hund zu; oder eher steiff, vermeidend?
Ist es nicht Zeit für den Spaziergang? Fühlt sich so an. Schnell zu den Anzieh-Sachen, der Leine - kein Mensch da, wo ist der Mensch sonst, da hin gehen. Und der Hund taucht auf, fiept, stupst dich an und will raus, hüpft freudig herum. Eine Mischung aus der Erfahrung (die abespeichert wird) und den Emotionen (die die Farben liefern).
Das gezeigt Verhalten - spazieren gehen, einen Hund treffen - wirken sich dann auf die Emotionen - Neugierde, Freude, Spiel - und die Kognition aus - der Hund ist nett, der Ort ist interessant.
Wie wir Verhalten verstehen und verändern können
Wollen wir Verhalten verändern, müssen wir Situationen gestalten, in denen der Hund emotionale und kognitive Erfahrungen machen und wünschenswerte Verhalten zeigen und festigen kann.
Wir können also drei Dinge finden: Die Situation; das Verhalten; die Konsequenzen (outcomes).
Eine Lernsituation schaffen
Raum für Veränderung
In jeder Situation gibt es Reize, die Verhalten auslösen können - je nach Motivation - und Reize, die die Stärke des Verhaltens verändern können.
Wenn jemand ein Musikinstrument lernen will, dann wäre es vermutlich günstig, wenn wenig Menschen anwesend sind (weil es einem peinlich sein kann, Krach zu machen vor fremden Menschen), wenn jemand da ist, der einen begleitet, wenn es ein Musikinstrument gibt, das einem zusagt, und wenn es angenehm ist in dem Raum, wo man spielt - und man sollte im Kopf frei von Stress und Termindruck sein, um sich auf das Lernen konzentrieren zu können.
Genauso ist es auch bei Hunden: wenn ich meinem Hund beibringen will, dem Reh nicht hinterher zu jagen, dann sollte er an der Leine und ansprechbar sein, und nicht zu sehr aufgeregt; und wir sollten nicht zu viele andere Hunde und Menschen um uns herum haben, damit der Hund sich konzentrieren kann.
Die Situation so zu gestalten, dass Lernen möglich wird, ist teilweise eine echte Herausforderung und nicht immer perfekt möglich.
Was ist die Situation? (auf den den Text klicken)
Die Situation und was vor der Situation passiert, kann das Verhalten und die Wahrscheinlichkeit für das Verhalten verändern. Unsere Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, bringen wir in neue Situationen hinein. Unsere Erziehung, unsere Ausbildung, unsere Freunde, all das sind Erfahrungen.
Machen wir viele gute Erfahrungen, sind wir eher optimistisch in neuen Situationen; machen wir eher schlechte Erfahrungen, werden wir pessimistischer in eine neue Situation gehen.
Es lassen sich zwei Gruppen bilden, in diese die Situation aufgeteilt werden kann.
- Auslöser
- Setting Events
Auslöser
Alles, was ein Verhalten auslöst, wird Auslöser genannt (das können auch Kombinationen von Reizen sein): Die Katze, die über die Strasse rennt, löst aus, dass der Hund in die Leine rennt; der Kuchen am Rande des Tisches löst aus, dass der Hund versucht, den zu erhaschen; die Müdigkeit im Hund löst aus, dass er sich hinlegt.
Setting Events
Setting Events sind Umstände, die das Verhalten verändern, ohne dass sie eine Konsequenz auf das Verhalten sind. Sie verändern die Attraktivität von Konsequenzen. Sie wirken sich also auf die Motivation aus, ein Verhalten zu zeigen.
Ein müder Hund wird sich eher auf die Decke legen; ein ausgeruhter Hund wird eher rennen wollen; ein hungriger Hund wird eher Essen vom Boden aufnehmen; ein gestresster oder ängstlicher Hund wird eher aggressiv auf Krallenschneiden reagieren; ein Nachmittag mit Hundefreunden wird die Lust auf weitere Hunde reduzieren; sich nicht entfernen zu können und geringe Distanz kann aggressives Verhalten gegenüber einem fremden Hund begünstigen.
Situationen gestalten
Wenn wir verstehen, wann ein Verhalten ausgelöst wird und was das Verhalten abschwächt, können wir die Situation so gestalten, dass der Hund andere Verhaltensweisen zeigen und dazulernen kann.
Welche Stellschrauben haben wir denn?
- Auslöser entfernen
- Auslöser aufbauen
- Verhalten attraktiver machen
- Verhalten vereinfachen
Auslöser entfernen
Eine sehr effektive Methode ist es, die Auslöser zu entfernen. Das wird auch Management genannt. Wenn der Hund nicht durch den Zaun blicken kann, kann er vorbeigehende Hunde nicht erkennen und bellt auch nicht; Wenn der Hund spazieren geht wo keine Katzen sind, dann rennt er auch nicht in die Leine. Dadurch wird das Verhalten nicht weiter geübt, was ein weiterer Vorteil ist.
Obwohl das eine sehr effektive Methode ist, ist es auch die Schwierigste. Alle Auslöser zu kennen und diese dann zu entfernen oder zu vermeiden ist zum Einen sehr viel Arbeit und zum Anderen nicht immer möglich.
Auslöser aufbauen für Verhalten
Eine weitere Möglichkeit ist, Verhalten aufzubauen und einen Auslöser dazu, und dann das Verhalten auszulösen.
Wenn wir dem Hund das Leinenlaufen beibringen und als Konsequenz er für das Gehen an lockerer Leine näher zu der Katze darf, dann können wir das Leinensignal geben und der Hund kann näher zur Katze hin. Wir können dem Hund das Unterbrechen eines Verhaltens beibringen (mit einem Auslöser) und wenn er versucht, den Kuchen zu erhaschen, geben wir den Auslöser für das Abbruchverhalten und als Konsequenz bekommt der Hund etwas von seinem Futter (damit kann das Klauen von Essen vermieden werden).
Verhalten attraktiver machen
Wenn wir mit dem Hund einen ausgiebigen Spaziergang machen, wo er nach Herzenslust schnüffeln darf, und ihm danach einen Kausnack geben, dann wird es für ihn attraktiver sein, sich in eine Ecke zu legen und den Kuchen in Ruhe zu lassen; wenn der Hund eine längere Leinen bekommt und Abstand aufbauen kann, dann wird er sich sicherer fühlen und tendentiell weniger aggressiv auf fremde Hune reagieren.
Verhalten leichter machen
Wir können es dem Hund auch leichter machen, angemessenes Verhalten zu zeigen. Wenn die Liegedecke in dem Raum ist, wo auch die Menschen sind, ist es für den Hund leichter, sich dort hinzulegen; wenn wir eine 3 Meter Leine nutzen, dann ist es für den Hund leichter, an lockerer Leine zu gehen. Wenn wir uns freuen, wenn der Hund zu uns kommt und nicht verlangen, dass er sich noch setzen oder legen soll, ist es für ihn leichter, auf Abruf zu kommen.
Wenn das angemessene Verhalten leichter und schneller zu erreichen ist, ist es wahrscheinlicher dass der Hund dieses Verhalten zeigen wird.
Das Outcome
Verhalten lohnt sich
Verhalten findet nie in einem luftleeren Raum statt, es bezieht sich immer auf eine Umwelt, auf die das Verhalten einwirkt - und dadurch erhält Verhalten eine Funktion und eine Bedeutung. Man tut etwas, um etwas zu erreichen - einen Schlafplatz zu finden; Freunde zu treffen; Futter zu essen.
Verhalten macht es möglich, die Umwelt so zu gestalten, dass sie für uns günstig ist: Wenn wir durstig sind, laufen wir zu einem Wasserhahn oder fragen nach einer Wasserflasche; wenn wir lange standen oder liefen, suchen wir eine Sitzgelegenheit und setzen uns; wenn wir nach Draußen wollen, öffnen wir die Tür.
Mit Verhalten verändern wir die Umwelt (die Tür geht auf; Wasser wird beschafft; der Körper kann sich entpsannen und sitzen).
Beispiel Konsequenzen
Die Katze läuft über die Straße, der Hund springt in die Leine, zieht, fiept. Er kommt der Katze näher, kann sie besser sehen, besser riechen. Er hat Erfolg.
Wenn wir verstehen, dass der Hund sich mit der Katze beschäftigen will, dann können wir ihm (in beestimmten Umfang) dies ermöglichen, wenn er ansprechbar ist und an lockerer Leine läuft (und damit keine Gefahr für die Katze darstellt).
Was sind Konsequenzen? (Auf den Text klicken)
Ereignisse, die auf Verhalten folgen, sind Konsequenzen. Wir setzen uns hin und fühlen Erleichterung; wir öffnen das Fenster, frische Luft kommt hinein; wir trinken Wasser, der Durst ist weg.
Dabei gibt es nicht nur eine Beziehung zwischen Verhalten und Konsequenz (Response-Outcome), sondern auch zwishen dem Reiz und der Konsequenz (Stimulus-Outcome) und dem Reiz und dem Verhalten (Stimulus-Response).
Stimulus Outcome
Wenn ein Neutraler Reiz (Wind pfeifft) vor einem unglernten Reiz auftritt (das Knallen einer Tür), und dieses Ereignis verlässlich ankündigt, wird die ungelernte Reaktion (Zusammenzucken, Schreck) mit dem neutralen Reiz verknüpft - dadurch wird der neutrale Reiz zu einem erlernten Reiz, der die ungelernte Reaktion auslöst. So entsteht eine gelernte Reaktion: Wind pfeifft, wir zucken zusammen.
Klassisches Lernen (oder Konditionierung) beinhaltet also eine Verknüpfung von zwei Reizen (in diesem Beispiel ist es die Verknüpfung des Pfeiffens des Windes und dem Knallen der Türe); die Reaktion darauf folgt unwillkürlich (der Körper tut es einfach, automatisch). Es ist also egal, ob die Konsequenz angenehm ist oder nicht - die Reaktion kommt automatisch.
Response Outcome
Das Ergebnis eines Verhaltens bestimmt, wie sich das Verhalten entwickelt. Selbst genetisch festgelegtes Verhalten lässt sich (teilweise) durch Erfahrung verändern (manche Verhalten sind genetisch offener als andere Verhalten).
In dem Beispiel mit dem Wind, der pfeifft, und der Türe - siehe oben -, würden wir wahrscheinlich schnell zur Türe laufen um diese zu schließen, und damit den Schreck vermeiden. Zur Türe laufen und schließen sind willkürliche Verhalten, die wir steuern können - der Schreck hingegen ist unwillkürlich, den können wir kaum steuern.
Vereinfacht gesagt, lässt sich Verhalten aufbauen, abbauen und stabilisieren.
- aufbauen
- abbauen
- stabilisieren
Um Verhalten zu stabilisieren oder aufzubauen, muss eine Konsequenz auf das Verhalten erfolgen, die dem Verhalten ein Erfolg gibt (eine positive Konsequenz, C+).
Wenn der Hund an lockerer Leine läuft, darf er näher zur Katze hin; Wenn der Hund entspannt auf seiner Decke liegt, bekommt er einen Kausnack; wenn der Hund zu uns kommt und das Kinn auflegt, wird er gekrault.
Es gibt auch Momente, wo eine Konsequenz verschwindet und das Verhalten schwächer wird (C+). Es wird also etwas Erwünschtes weggenommen.
Wenn der Hund an der Leine zieht, bleiben wir stehen - das erwünschte Ziel (nach vorne zu kommen) bleibt aus; wenn der Hund an der Türe drängelt, bleibt die Türe zu, bis er sich zur Seite stellt.
Das Verhalten - das verhindert, dass der Erfolg ausbleibt - wird häufiger gezeigt. Es wird verstärkt.
Der Hund läuft an lockerer Leine (der Erfolg nach vorne zu kommen bleibt erhalten); der Hund stellt sich zur Seite (und erhält den Erfolg durch die Türe zu kommen).
Wenn der Hund keine Idee hat, welches Verhalten ihn zum Ziel führen könnte (durch die Türe gehen; voran kommen), kann das dazu führen, dass der Hund im Frust stecken bleibt und der Lernprozess blockiert wird. Deswegen ist es wichtig, dem Hund über Erfolg (C+) eine Idee zu geben, welche Verhalten funktionieren.
Eine weitere Möglichkeit, Verhalten abzubauen, ist, dass eine unerwünschte Konsequenz folgt (C-).
Wenn der Hund der Katze zu nahe kommt, zischt diese und schlägt mit der Pfote; wenn der Hund versucht, den Igel zu tragen, dann piekst es im Mund; wenn der Hund zu lange in der Sonne liegt, wird es zu warm.
Wie oben erwähnt, besteht Lernen (also die Veränderung von Verhalten durch Erfahrung) immer aus einer Kognitiven, Emotionalen und einer Verhaltens-Ebene. Wenn etwas Unangenehmes, Schmerzvolles oder Furchteinflössendes auf das Verhalten folgt, dann verändert das auch die Emotion und die Kognition (die Gedanken, Einstellungen und Annahmen). Das begünstigt andere Verhalten.
Wenn wir an der Leine rucken, den Hund anrempeln oder einschüchtern, wenn er an der Leine zieht, dann verändert das auch die Emotion und Kognition, die mit der Leine und der Situation verbunden sind, und es kommt zu einer Verbindung zu der Situation: Andere Hunde, Menschen und Umweltreize lösen dann die Reaktion im Hund aus, der Hund fürchtet sich vor der Strafe und das zeigt sich im Verhalten, was nicht nur Angst sein kann, sondern auch aggressives Verhalten.
Verhalten kann stärker werden, wenn es bestimmte Erfahrungen vermeiden kann (C-).
Wenn der Hund in der Sonne lag und es zu warm wird, steht er auf und legt sich in den Schatten; wenn ein fremder Hund am Zaun vorbei läuft und angebellt wird, verschwindet dieser.
Der Hund wird sich öfter in den Schatten legen und am Zaun vermehrt bellen. Auch hier ist es wichtig, alle Ebenen des Lernens zu berücksichtigen: Durch das Verhalten vermeidet der Hund etwas (Vermeidungslernen). Vermieden werden unagenehme, schmerzhafte, furchteinflössende Erfahrungen und Situationen. Das ist die biologische Funktion dieses Verhaltens und Lernens.
Wollen wir dieses Verhalten ändern, müssen wir dem Hund einen Ausweg zeigen.
Strafe
Wann diese funktionieren kann
Unter gewissen Bedingungen kann Strafe (unerwünschte Konsequenz, C-) funktionieren.
- Die Angst vor der Strafe ist hoch
- Die Motivation für das Verhalten ist gering
- Der Hund weiss, um welches Verhalten es geht
- Der Hund kann das Verhalten kontrollieren
Damit sind dem Einsatz von Strafe enge Grenzen gesetzt. Ein Hund, der vor Aufregung quietscht und bellt, wird kaum in der Lage sein, sein Verhalten zu kontrollieren; und er wird nicht verstehen, welches Verhalten uns nervt. Die Motivation, Stress abzubauen, wird hoch sein und der selbstbelohnende Effekt ebenso.
Ein Hund, der dringend aufs Klo muss, während wir weg sind, und in die Wohnung kackt, wird kaum in der Lage sein, bis über die Schmerzgrenze den Kot oder den Urin zurück zu halten - und verstehen, warum wir sauer sind, wenn wir nach Stunden zurückkehren, wird er ebenso nicht.
Verhalten unter der Lupe
Verhaltensanalyse
Wir verstehen nun, dass Verhaltten immer in einer Situation stattfindet, dass bisherige Erfahrungen unser aktuelles Verhalten beeinflussen und dass Verhalten die Funktion hat, Erwünschtes zu bekommen.
Die Untersuchung dieser Beziehungen wird Funktionale Verhaltensanalyse (oder Angewandte Verhaltensanalyse) genannt. Gehen wir das an einem Beispiel durch.
Was ist passiert?
Der Hund hat Zeit mit Dösen vebracht, möchte nun Bewegung, einen Spaziergang und als der Mensch mit dem Hund in der Straße steht, rennt eine Katze vorbei. Der Hund rennt los, in die Leine rein, fiept.
Warum kam es dazu?
Situation: Der Hund ist ausgeruht, möchte Bewegung, ist aufgeregt, vorallem am Anfang des Spazierganges.
Auslöser: eine Katze rennt vorbei.
Verhalten: Der Hund rennt los, in die Leine, fiept.
Konsequenz: Er kommt der Katze näher, sieht sie besser, riecht sie besser. Er baut Stress ab.
Mit diesem Wissen können wir nun die Situation so verändern, dass der Hund nicht mehr in die Leine rennt, oder wenigstens ansprechbar ist und mit dem Ziehen aufhört.
Wir verändern die Situation
Wenn wir die Situation so gestalten, dass der Hund vor dem Spaziergang was zum Kauen bekommt, um etwas Energie schon abzubauen, und wir draussen etwas Abstand zu den Katzen halten (um die Erregung gering zu halten), dann können wir den Hund etwas näher zur Katze lassen, wenn er ansprechbar ist und die Leine locker durchhängt - und Abstand aufbauen, wenn er anfängt zu ziehen.